Pädagogik
SELBSTVERANTWORTLICHES LERNEN
In der PrinzHöfte Schule planen die Kinder mit individuellen Tages- und Wochenplänen ihre eigenen Lernvorhaben. Dabei lernen sie, ihre eigenen Stärken und Schwächen einzuschätzen sowie mit und an ihnen zu arbeiten. Aus einem vielfältigen Angebot wählen die SchülerInnen eigene Lernvorhaben, schließen sich den Ideen der MitschülerInnen an oder wählen Unterrichtsangebote der LehrerInnen. Durch regelmäßige Beratungen seitens der LehrerInnen wird eine Ausgewogenheit aller Lernbereiche angestrebt.
SELBSTORGANISIERTER SCHULALLTAG
Nicht nur das Lernen, auch der Rest des Schulalltages wird von den Kindern eigenverantwortlich gestaltet. Jedes Kind hat wechselweise verschiedene Pflichten zu erfüllen, zum Beispiel die Leitung der Morgenversammlung, Aufräumen, Tischdienst. Das Einhalten dieser Pflichten regeln die Kinder untereinander. Sie schaffen sich selbst in den Gruppenversammlungen die Regeln im Umgang miteinander und sorgen dafür, dass diese eingehalten werden. Durch das selbstbestimmte Lernen und Arbeiten sammeln die Kinder frühzeitig wichtige Erfahrungen:
- Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit
- Zeitplanung – Setzen realistischer Ziele
- Frustrationstoleranz - Kooperationsfähigkeit
- Kommunikationsfähigkeit – Selbstdisziplin
LERNEN AM LEBEN UND IN PROJEKTEN
Die PrinzHöfte Schule arbeitet nach den Prinzipien der Freinet-Pädagogik (nach dem französischen Reform- Pädagogen Celestin Freinet) und der systemischen Pädagogik. Die Kinder lernen in hohem Maße in Projekten, die sich über wenige Wochen oder über mehrere Jahre erstrecken können. Dabei suchen sie Antworten auf ihre eigenen Fragen und Probleme, und nicht auf die Fragen und Aufgaben der Lehrbücher. Sie finden Inhalte, Ziele und Lösungen selbstbestimmt und gemeinsam mit anderen. Dabei erwerben sie formelles, kognitives Wissen ebenso wie emotionale, soziale, kreative und praktische Kompetenz.
SCHÜLER LERNEN VONEINANDER
In der PHS lernen alle Menschen jeden Alters mit- und voneinander. Neuen Lernstoff erarbeiten sie sich selbst, mit Hilfe anderer SchülerInnen, mit kompetenten Menschen aus der Umgebung oder mit Hilfe der LehrerInnen. An die Stelle von Konkurrenz und Wettbewerb treten Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe.
ALTERSGEMISCHTE KLASSEN
In der PrinzHöfte Schule gibt es keine Jahrgangsklassen, sondern Lerngruppen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Fähigkeiten. In den Gruppen stützen die „Großen“ die „Kleinen“, sie geben ihnen Orientierung und helfen ihnen, in das System hinein zu wachsen. Die Einschulungen geschehen nicht einmal jährlich, sondern fließend über das ganze Jahr verteilt, wenn das Kind schulreif ist. „Quereinsteiger“ können jederzeit kommen.
SELBSTBESTIMMTES LERNTEMPO
Durch den selbstbestimmten Tagesplan finden die Kinder ihr eigenes Lerntempo, das ihrem persönlichen Entwicklungsstand entspricht. So kann es durchaus sein, dass ein Kind in Rechtschreibung gegenüber seinen Altersgenossen ein Jahr zurück ist, ihnen in Mathematik dagegen zwei Jahre voraus ist.
FEHLER SIND ERWÜNSCHT
In der PrinzHöfte Schule basiert das Lernen auf Freude und Interesse statt auf Zwang und Druck. Jede Mutter und jeder Vater weiß, dass Lernfreude angeboren ist und keiner Verstärkung bedarf. Fehler sind erwünscht, denn nur so können die Kinder eigenständige Problemlösungen entwickeln. Notendruck und „Sitzenbleiben“ gibt es nicht. Die Leistungskontrollen geschehen individuell und über die Präsentation des Gelernten in den Lerngruppen und Schulversammlungen. Von der 8. Klasse an werden die Schüler gezielt auf die Abschlussprüfung vorbereitet.
Beispiele:
Innerhalb eines festen Rahmens entscheiden die Kinder selbst über ihren täglichen Lernstoff. Für den Fall, dass sich ein Kind um bestimmte Bereiche »herumdrückt«, versuchen die Pädagogen dem Kind einen Zugang zu diesem Lernstoff zu vermitteln. Oder es kann sein, dass für das Kind gerade etwas anderes viel wichtigeres im Vordergrund steht.
- Die Kinder schaffen sich selbst ihre Regeln im Umgang miteinander und sorgen für deren Einhaltung. Dabei hilft ihnen unter anderem eine »Streitschlichter-Ausbildung« (Unterrichtung in Mediation).
- Kinder lernen von Kindern. Ältere Schüler übernehmen die Rolle des Helfers, indem sie Kleinere beim Erlernen der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) unterstützen.
- Die Kinder tragen in Schülerfirmen schon früh wirtschaftliche Verantwortung
- In allen Prozessen werden die Kinder als gleichwertige Partner der Erwachsenen behandelt.
- Lernen ohne Druck mit Freude und Motivation und Selbstverantwortliches Lernen in Projekten
- In der PrinzHöfte-Schule Bassum tragen die Kinder von Anfang an ein sehr hohes Maß an Verantwortung für sich selbst, für ihre Lernerfolge und für das System als Ganzes: Schon fünfjährige Erstklässler bestimmen ihren Stundenplan weitgehend selbst, sie übernehmen zahlreiche Pflichten (Leiten der Versammlungen, Aufräumen, Putzen), und sie bestimmen mitverantwortlich die Regeln innerhalb der Lerngruppen und der Schule insgesamt. In den Schülerfirmen (u.a. Kräuterfirma, Kunst-Mosaike, Internet-Antiquariat) lernen die Kinder, langfristig Verantwortung für den Erfolg eines Unternehmens zu übernehmen. Im Gegensatz zum lehrerzentrierten Unterricht (der Pädagoge bestimmt die Inhalte und das Tempo des Lernens ebenso wie das Einhalten der Regeln im sozialen Bereich) trägt hier jeder Einzelne Verantwortung für das Ganze.